Rotlichtärger
Töss-Blog
Geschrieben von: Werner Frei   
Montag, den 21. März 2016 um 00:00 Uhr

Nein, es geht nicht um die Art von Rotlicht, die entlang der Zürcherstrasse oder ums Zentrum Töss für Ärger sorgt, sondern um eine Verkehrsampel, nämlich jene am oberen Ende der Storchenbrücke. Das liegt zwar nicht mehr in Töss, aber am Weg mit dem Velo vom Eichliacker in die Stadt – und zurück.

Beginnen wir mit dem Rückweg: Eigentlich könnte man mit ein wenig Vor- und Rücksicht meistens problemlos von der Vogelsangstrasse auf den Radweg über die Storchenbrücke einbiegen. Allerdings ist das bei Rot anscheinend nicht erlaubt, es sollen schon bisher unbescholtene junge Leute von der Polizei dafür gebüsst worden sein. Hinzukommt, dass man während der Hauptverkehrszeit meist nicht rechts an der wartenden Autokolonne vorbeikommt, weil immer einige soweit rechts anhalten, dass mit dem Velo kein Durchkommen ist. Richtig lustig ist es aber zu verkehrsarmen Zeiten. Dann registrieren vermutlich im Boden eingelassene Detektoren das Herannahen eines Fahrzeugs und das Lichtsignal schaltet für diese Richtung für einige Zeit auf Grün. Mit dem Velo bin ich dann etwa noch fünfzig Meter vom Lichtsignal entfernt. Auf der leicht ansteigenden Vogelsangstrasse trete ich in die Pedale, um die Grünphase zu erwischen, aber immer kurz vor der Kreuzung schaltet die Ampel – Ätsch! – wieder auf Rot. Offensichtlich sind Detektor und Ampel für Motorfahrzeuge optimiert, als Velofahrer werde ich nur veräppelt. Was dazu führt, dass ich mich kurz von der Abwesenheit der Polizei vergewissere und, wie viele andere auch, das Rotlicht nur noch als Empfehlung verstehe.

Auf dem Weg in die Stadt beginnt das Problem mit dem Einspuren. Die Einmündung vom Radweg in die Fahrbahn ist so unübersichtlich, dass man erst im letzten Augenblick merkt, ob ein Auto auf der Fahrspur naht, das einem natürlich auch nicht sieht. Dann muss man noch durch die Autokolonne an den linken Rand der Fahrspur einspuren, was im rollenden Verkehr eher etwas für Selbstbewusste ist. Aber auch eine stehende Kolonne kann man oft nicht passieren, da Interessanterweise hier immer ein paar Fahrzeuge unmotiviert und unnötigerweise unmittelbar an der Sicherheitslinie anhalten.

Wenn mich aber gar keine Autos bedrängen, dann erlebte ich oft das ärgerlichste Szenario. Ich nähre mich links eingespurt der Kreuzung und hoffe auf Grün. Aber zuerst kommt der Gegenverkehr, dann der Querverkehr auf der Vogelsangstrasse, dann vielleicht noch die Fussgängerphase auf allen Fussgängerstreifen, aber dann – kommt wieder der Gegenverkehr. Ich werde einfach übergangen, und das bis sich entweder ein Auto von hinten nähert und natürlich problemlos erkannte wir oder bis ich halt irgendwie illegal die Kreuzung überquere. Dies ist mir nicht nur einmal passiert, sondern immer wieder, obwohl der nette Herr von der Stadtpolizei – hiess er wohl Kammermann? - im Landboten vehement behauptet hat, die heutigen Detektoren würden Velos zuverlässig erkennen.

Ich habe meine Konsequenzen so gezogen, dass ich stadteinwärts diese Kreuzung meide und einen etwas längeren Weg wähle. Andere versuchen, mit mehr oder weniger legaler Routenwahl von der Storchenbrücke auf die Vogelsangstrasse zu gelangen. Und das nächste mal schreibe ich dann über den Ärger auf der neuen Route.

 

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Werner Frei,
aufgewachsen im Tössfeld,
wohnt seit 1992 im Eichliacker