Geplatzte Träume (3.Teil)

schuppenfest025Unter dem Titel "Enttäuschte Hoffnungen, Geplatzte Träume" fasst die September-Ausgabe des Tössemers den aktuelle Status der wichtigsten Resultate aus dem "Projekt Töss" zusammen. Nach Zürcherstrasse und Reitplatz nun zum Güterschuppen beim GZ Bahnhof Töss.

Am Anfang des GZ Bahnhof Töss stand der Güterschuppen. Bereits am Dorfet 2006 hat der Trägerverein den Schuppen von der SBB zur Benutzung erhalten und das erste Mal als Festbeiz eingerichtet. Stadt und SBB haben sich dann auf das Stationsgebäude als erste Etappe geeinigt,

 der Güterschuppen blieb aber immer im Fokus. Auch die Stadt hat anfangs am gleichen Strick gezogen, hat mit der SBB einen Vertrag zur vorläufigen Nutzung abgeschlossen sowie ein Gegengeschäft abgemacht: Die Stadt sollte den Güterschuppen im Baurecht erhalten, im Gegenzug würde dafür die von der Baufirma L&B als Lagerplatz genutzte Fläche, die im Besitz der SBB ist, in Bauland umgezont werden. Ein Architekturbüro wurde beauftragt, die Renovation und Umnutzung des Güterschuppens zu planen, eine Projektgruppe aus Quartiervereinen, Trägerschaft und Nutzern des Schuppens wurde einberufen und durfte sich zu vielen Details des Projekts äussern. Frohgemut präsentierte sich auch der Stadtrat an einer Pressekonferenz im Schuppen. Doch bald sass nicht nur im Gebälk des Güterschuppens der Wurm drin, sondern auch im Projekt, plötzlich hörte man nichts mehr, war kein Fortschritt zu verzeichnen. Dann, im Mai 2013, kam der Stadtrat zu einer Veranstaltung nach Töss, natürlich war auch der Güterschuppen ein Thema. Der Stadtpräsident bestätigte, was viele vermutet hatten: Die betreffende Vorlage lag schon seit geraumer Zeit auf seinem Schreibtisch. Er versprach den Tössemern, das Geschäft an einer der nächsten Stadtratssitzungen zu traktandieren. Aber Nichts geschah. Im März 2014, nach fast einem weiteren Jahr ohne Neuigkeiten, fragte der Trägerverein in einem Brief nach dem Stand der Dinge. Innert nur zwei Wochen kam eine erfreuliche Antwort, der Stadtpräsident schrieb:“Es ist mir ein grosses Anliegen, die Realisierung der Umnutzung des Güterschuppens voranzutreiben“. Er plane, das Geschäft spätestens im Juni im Stadtrat zu verabschieden. Aber vier Wochen später war auch das nicht mehr wahr, das Geschäft bleibt auf dem Tisch des Stadtpräsidenten liegen oder verschwindet in einer Schublade. In diesem Jahr war die Renovation des Güterschuppens noch Teil der städtischen Investitionsplanung, es würde nicht erstaunen, wenn er das nächste Jahr auch da nicht mehr auftaucht.

Da die Erfahrungen zeigen, dass Projekte unter städtischer Federführung in Töss offensichtlich nicht zum Erfolg führen, beginnen die an GZ und Güterschuppen Interessierten Varianten anzudenken. Falls der Umbau weiterhin nicht vom Fleck kommt könnten als Übergangslösung wenigstens die unzumutbaren Verhältnisse etwa im Bereich Toiletten und Elektrizität behoben werden. Aber auch so kann sich die Stadt nicht einfach aus der Verantwortung stehlen, nur mit Freiwilligen, Spendern und Sponsoren lässt sich ein Quartierzentrum nicht betreiben.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. August 2014 um 07:19 Uhr
 

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