Lärmschutz entlang der A1 – Umfahrung Winterthur: Wie weiter?
AutobahnA1cAn einer Info-Veranstaltung erörterten Fachleute des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) die Lärmproblematik und die dagegen geplanten Massnahmen. Felix Helg berichtet:
Rund 80 Personen nahmen Mitte Januar an der Referats- und Diskussionsveranstaltung teil, die von den FDP-Ortsgruppen Töss und Wülflingen organisiert wurde. Drei Vertreter des ASTRA, darunter Otto Noger als Leiter der ASTRA-Filiale Winterthur, und ein externer Lärmschutzexperte standen dem Publikum Red und Antwort.

Erhaltungsprojekt in Arbeit
Für die Projektierung und Verwirklichung von Lärmschutzmassnahmen ist seit kurzem allein der Bund verantwortlich. Das ASTRA ist das federführende Bundesamt. Das Lärmschutzrecht verlangt eine lärmtechnische «Erstsanierung» der Strassenabschnitte bis zum Jahr 2015. Der Abschnitt rund um Winterthur gilt mit der Realisierung verschiedener umfangreicher Massnahmen im Jahr 1997 bereits als «erstsaniert». Insofern dämpften die Vertreter des ASTRA die Erwartungen. Allerdings ist ein umfassendes Erhaltungsprojekt in Planung, das den Abschnitt von Effretikon bis Ohringen umfasst. Dieses Projekt sieht verschiedene bauliche Massnahmen vor, welche den Erhalt des Strassenkörpers für weitere 30 Jahre sichern soll. Auch Verbesserungen beim Lärmschutz sind vorgesehen. Die Details dazu sind allerdings noch nicht bekannt.
Der Zeitplan sieht wie folgt aus: Gestützt auf ein erstes Konzept soll in diesem Jahr eine Zustandsermittlung durchgeführt und ein Massnahmekonzept erarbeitet werden. In den Jahren 2013/14 wird das Projekt weiter bearbeitet und öffentlich aufgelegt. Während der öffentlichen Auflage kann sich auch die Bevölkerung mit Eingaben einbringen. Nach der Bereinigung des Projekts dürfte in den Jahren 2016/17 die Realisierung ins Auge gefasst werden.

Wald wirkt kaum lärmdämpfend
Der Lärmschutzexperte zeigte an der Veranstaltung die physikalischen Aspekte des Lärms anschaulich auf. Er verwies darauf, dass die lärmdämpfende Wirkung der Vegetation überschätzt werde. Diese Aussage erstaunte, weil in Töss vielfach beklagt wird, dass der Autobahnlärm seit den Holzschlägen entlang der Autobahn merklich besser hörbar sei. Es gibt eine «Massnahmehierarchie».
In erster Linie geht es um Massnahmen an der Strasse. Dazu zählt die Wahl des richtigen Strassenbelages. Es sind lärmdämpfende Beläge entwickelt worden. Allerdings müssen auch die Dauer der Gebrauchstüchtigkeit und die Kosten mitberücksichtigt werden, welche Faktoren bei lärmdämpfenden Belägen negativ bewertet werden.
In zweiter Linie sind Vorkehrungen beim Ausbreitungsweg des Lärms zu treffen, wozu die Lärmschutzwände gehören. In letzter Linie können Verbesserungen an den betroffenen Gebäuden über Schallisolierungen ins Auge gefasst werden.

Finanzielle Beteiligung von Kanton und Stadt?
Der gute Besuch der Veranstaltung und die intensiv geführte Diskussion zeigten, dass die Problematik des Lärmschutzes aktuell ist und Lösungen erwartet werden.
In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass bei einem finanziellen Engagement von Kanton und Stadt durchaus auch Lärmschutzmassnahmen in Frage kommen können, die über das Minimum hinausgehen.

Aktueller Link zu diesem Thema: Töss lanciert Initiative zum Schutz vor Autobahnlärm.
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. März 2012 um 16:09 Uhr
 

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